Das Medizinbündel der Kiowa

 

 

N. Scott Momaday, „The Journey of Tai-me”   1967

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Das 1967 erstmals erschienene schmale Bändchen (mir liegt ein bibliophiler Nachdruck von 2009 vor ) ist die Basis von Momadays Text  The Way to Rainy Mountain, der die Geschichte der Kiowa ausführlicher darstellt, sowie des Romans „House Made of Dawn“. Alle drei sind mythologische Identitätsdefinitionen ebenso wie literarische Erzählwerke. Die Hauptperson in „Journey of …“ ist Tai-me – das geheimnisvolle Medizinbündel, das den Kiowa einst in einer bedrohlichen Situation ihrer Geschichte übergeben wurde und dessen Power den Stamm begleitet.

 

Als „weißer“ Leser fragt man sich natürlich, was man darin finden würde, wenn man es  auspacken könnte – wobei das rundliche Objekt, das auf den Vorsatzseiten des kleinen Buches an einer Schnur zu hängen scheint, auf dem Cover und später auch in dem Buch „The Way to Rainy Mountain“ ganz anders auftritt, nämlich als etwa 60 cm große menschenähnliche Figur aus dunkelgrünem Stein, mit weißen Federn und Gehängen aus Hermelinfell und blauen Perlen bedeckt, sowie mit Sonnen- und Mondsymbolen auf Gesicht, Brust und Rücken. Das kostbare Objekt sei, so Momaday, in einem Behälter aus ungegerbtem Leder aufbewahrt und nur einmal jährlich anlässlich des Sonnentanzes den Kiowa vorgeführt worden, zuletzt 1888. Er selbst habe es nur ein  einziges Mal gesehen – soweit die Textstelle in „The Way to Rainy Mountain“. Tai-me, oft erwähnt wie ein Name ohne den sächlichen Artikel,  ist dem Mythos zufolge kein toter Gegenstand, sondern eine sakrale Macht, die sich an Situationen anpasst und mitunter von allein meldet.

 

The Journey of Tai-me is preeminently the history of an idea… Man’s idea of himself… The journey herein recalled is an expression of the human spirit…most truly made in terms of wonder and delight, schreibt Momaday im Vorwort. In 33 kurzen Texten, die der „alten Frau Ko-Sahn“ gewidmet sind (einer Vorfahrin von Momaday), verzeichnet er die mythologische Geschichte seines Stammes bis hin zum erstmals aufgeführten Sonnentanz (Gourd Dance), der für Tai-me veranstaltet wird und nichts mit dem Sonnentanz der Sioux und deren physischen Selbstopfern zu tun hat. Wie allerdings der Kürbis als Motiv in den Gourd Dance kam, ist nicht eindeutig herauszufinden. Die Texte berichten nicht nur von Tai-me, sondern erinnern vor allem an die Geschichten, die bei den Kiowa entstanden - von Riesenbäumen, tapferen Männern, guten und weniger guten Frauen sowie von einer Spinne, die als Großmutter Kinder aufzieht, und von Mädchen, die auf der Flucht vor ihrem Bärenbruder zu Sternen werden.

 

Ungewöhnlich für die Kiowa-Malerei aber sind Momadays Illustrationen, die mal figürlich, mal mit Wischungen und halb transparenten Aquarellfarben arbeiten und durch subtile Unschärfen die Phantasie der Leser anregen. So entstehen der Büffel mit den Metallhörnern, die Großmutter-Spinne und das bei der ersten Begegnung von Federn bedeckte Tai-me als geheimnisvolle Erscheinungen, die vom sanften Nebel der Irrealität umgeben sind und trotzdem eine mythische Realität repräsentieren. Die auf jeweils einer Buchseite auftretenden 33 Texte geben folgende Überlieferungen wieder:

 

1. Die Kiowa, deren Name aus dem Wort „kwuda“ (herauskommen) entstand, beschreiben ihre Ursprungsgeschichte als Leute, die aus einem hohlen Block (hollow log) hervor kamen. Eine schwangere Frau blieb wegen ihres Umfangs im Block stecken, so dass niemand sonst mehr heraus kam – daher ist der Stamm so klein geblieben.

 

2. Ein kleines Mädchen wird in seinem Wiegenbrett auf einen Baum gesetzt (ein Motiv, das von einer Schutzfunktion ausgeht und häufiger in indigenen Geschichten vorkommt), krabbelt aber daraus hervor, um einem wunderschönen Vogel hinterher zu klettern. Derweil wird der Baum größer und größer, und als er den Himmel erreicht hat und das Mädchen erwachsen ist, steht anstelle des Vogels die Sonne als Mann vor ihr und begehrt es zur Frau.

 

3. Eines Tages hat das Paar Streit, und die Frau gräbt die Wurzeln eines Strauchs aus, dessen bloße Näherung der Sonnenmann ihr verboten hat. Die Frau, ein Baby auf dem Rücken, sieht durch die Öffnung in der Erde die Menschen ihres alten Stammes und will an einer Schnur hinabklettern, aber die Entfernung ist zu groß. Als am Abend der Sonnenmann zurück kommt, tötet er im Zorn die Frau mit einem Ring – das Kind bleibt allein zurück.

 

4. Der Sohn der Sonne wächst heran und sieht sich um in der Welt. Eines Tages trifft er auf die Großmutter-Spinne, die den Jungen gefangen nimmt und mit einem Kiowa-Lied in den Schlaf singt.

 

5. Der Junge wächst heran, und die Spinne warnt ihn, den Ring, mit dem seine Mutter getötet wurde, niemals hoch zu werfen. Das tut er aber doch, und etwas stößt ihn an – siehe da, er hat einen Zwilling, der auch von der Großmutter-Spinne aufgezogen wird.

 

6. Jetzt haben beide einen tödlichen Ring, und als sie beide die Ringe hochwerfen, rollen die in eine Höhle, in der ein schrecklicher Riese mit seiner Frau lebt. Der will die Jungen töten, aber mit dem Zauberspruch „thain-mom, above my eyes“ können sie entkommen.

 

7. Zurück bei Großmutter Spinne, entdecken sie eine große Schlange im Tipi und töten sie. Großmutter Spinne ist entsetzt: Sie haben ihren Großvater getötet! Und die Spinne stirbt auch. Die Jungs beerdigen sie und leben lange. Sie wurden von den Kiowa hoch geachtet.

 

8. Vor langer Zeit ging es den Kiowa schlecht vor Hunger und Durst. Ein Mann begegnet in einem Cañon einem Wesen mit Hirschfüßen und einem von Federn bedeckten Körper. „Was willst du?“ fragt das Wesen. „Wir sind hungrig“, sagt der Mann. „Nimm mich mit, und ich gebe euch, was immer ihr wollt.“ Von da an gehört Tai-me zu den Kiowas.

 

9. Sieben Mädchen und ein Junge spielen miteinander. Plötzlich geschieht mit dem Jungen eine Veränderung, und er wird zum Bär. Die Mädchen flüchten sich vor Angst auf einen Baum, der immer höher wächst, der Bär will hinterher, aber sie sind schon zu hoch und werden schließlich zu den „Sieben Schwestern“, den sieben Sternen des Großen Bären.

 

10. Bevor die Kiowa Pferde bekamen, arbeiteten sie mit großen Hunden, die sprechen konnten. Ein Hund rettet einem Mann das Leben vor einem Bär, weil der Mann sich der Hundewelpen angenommen hatte.

 

11. Zwei hungrige Brüder im Winter: Plötzlich taucht von irgendwoher Fleisch auf, und einer von beiden isst es, ohne die Warnung des anderen ernst zu nehmen: Er wird zum Krokodil. Aber weil sie Brüder sind, werden sie einander immer besuchen.

 

12. Ein Mann fertigt nachts in seinem Tipi einen Pfeil, während draußen ein Feind lauert. Aus dem Tipi heraus erschießt der Mann durch trickreiche Bewegungen den lauernden Widersacher (bei beleuchteten Tipis ist von außen sichtbar, was die Insassen tun).

 

13. Schlechte Frauen werden „weggeworfen“, nämlich ausgestoßen. Die Frau eines Blinden belügt den Mann bei der Büffeljagd und verlässt ihn, um das erbeutete Fleisch allein zu essen. Aber der Mann findet sie und wirft sie bei Sonnenaufgang weg.

 

14. Von zwei Brüdern wird einer von den Ute gefangen. Der andere will ihn befreien und wird auch gefangen. Der Ute-Häuptling verspricht beiden die Freiheit, wenn der zweite seinen Bruder huckepack über eine Reihe glitschiger Büffelschädel tragen kann. Der Mann bekommt das hin - die beiden Männer werden großzügig mit Pferden versorgt und frei gelassen.

 

15. Ein altes Ehepaar trickst seine Feinde aus, von denen sie wegen Nahrung erpresst werden. Während die Frau Fleisch brät, lockt der Mann sie in einem bestimmten Augenblick mit einem Vogelruf nach draußen, beide können weglaufen, aber das Essen gerät in Brand, und die Feinde haben das Nachsehen.

 

16. Ein Mann hat ein tolles, kämpferisches Pferd, das er nicht mal zu zügeln braucht. Einmal lenkt er das Pferd um, als er in den Kampf reiten soll. Das Pferd stirbt vor Scham.

 

17. Ein Mann muss sich vor einem Büffel mit Metallhörnern retten. Drei von vier Bäumen, auf die er klettert, werden von dem Büffel gefällt. Beim vierten Baum sagt eine Stimme dem Mann, er müsse mit dem Pfeil auf die Hufansätze des Büffels zielen, um ihn zu töten. Die Metallhörner blitzen in der Sonne, als das Untier fällt.

 

18. Die Kiowa werden von den Osage überfallen und das Tai-me geraubt. Nach einem Jahr wird eine gefangene Kiowa-Frau freigelassen: Sie bringt das Tai-me zurück, aber im Winter spielen die Sterne verrückt (es handelt sich um den historischen Meteoriten-Fall vom 13. November 1833) und dann ist nichts mehr wie vorher.

 

19. Der junge Quoetoti verliebt sich in die Frau von Many Bears und wird von ihm verletzt, aber vom Medizinmann gerettet. Bei einem Tanz, der einen Kampfzug nach Mexiko vorbereitet, singt die Frau offen, dass sie ihren Mann verlassen wird. Sie und Quoetoti ziehen danach 15 Jahre mit den Comanchen umher, bevor sie zurückkommen. Many Bears macht Quoetoti darauf hin zu seinem Bruder.

 

20. Nach einem Kampfzug in Texas kommen müde Krieger nachts an eine Mauer und fallen in Schlaf, werden aber überfallen. Sie rennen weg, doch einer hat seinen Schild vergessen. Man redet ihm zu, auf die Rückkehr zu verzichten und zu erzählen, sein Pferd habe bei dem Gewehrlärm gescheut und sei mit dem Schild davongelaufen. Als es aber im Winter zu einem weiteren Kampf kommt, stürzt sich der Mann zu Fuß ins Getümmel, bis er blind ist vor Pulverrauch. So hat er für seinen Schild bezahlt.

 

21. Botone war der letzte Hüter des Tai-me, aber einmal vergaß er es, weil er hinter einer Frau her war. Im Traum sagt Tai-me: „Du hast mich vergessen, jetzt vergesse ich dich.“ Und Botone muss sterben.

 

22. Vor seinem Tod hat er die Nachfolge für Tai-me sichern wollen, aber niemand erklärt sich bereit. Botones Tochter träumt von ihrer lang verstorbenen Großmutter, die einen angebissenen Riesenpilz aus einem Bündel holt. Da weiß Botone, dass Tai-me mit seiner Tochter leben wird.

 

23. Aho – Momadays Großmutter – besucht einst die Frau des damaligen Tai-me-Hüters. Als sie plaudern, hören sie etwas Schweres zu Boden fallen: Es ist Tai-me, und die Lederschnur hängt immer noch am Haken.

 

24. Östlich von Ahos Haus ist eine Frau in wunderbarem Gewand begraben. Niemand weiß die Stelle genau, aber das Gewand aus feinstem Hirschleder und Stickereien mit Perlen und Karibuzähnen ist immer noch da.

 

25. Momadays Großeltern Aho und Mammedaty erzählen von der Kiowa-Medizin: Die „Zehn Großmütter“ sind zehn sehr alte Medizinbündel, von denen eines Mammedaty am Hals trägt. Wenn jemand das Bündel nicht angemessen respektiert, wird es am Hals von Mammedaty tonnenschwer.

 

26. Mammedaty, Enkel von Guipahgo, wollte einst eine Herde Pferde aus der Koppel freilassen. Immer wenn der Leithengst sich dem einzigen Tor nähert, dreht er um und rennt zurück. Schließlich holt Mammedaty vor Wut Pfeil und Bogen und zielt auf den Leithengst als den ersten in der Reihe: Der Pfeil wird seltsam abgelenkt und trifft das zweite Pferd.

 

27. Ein Mann fährt einst durch die Plains – alles flach, nur Erde, Gras und Himmel. Plötzlich hört er eine Stimme und sieht das Gesicht eines kleinen Jungen über den Grashalmen. Er steigt ab, um zu sehen, was es gibt: Aber es ist nichts da.

 

28. Die alte Ko-Sahn erzählt, wie der Kürbis-Tanz (der Sonnentanz) zu den Kiowa kam. Ein Mann klettert auf einen Mesquite-Baum auf einem Hügel, um sich umzusehen, sein Kriegsgerät hat er auf den Boden gelegt. Da kommt ein Feind vom Wolfs-Klan und nimmt seine Sachen weg: Wie einen Kürbis hält er sie in der Hand und beginnt triumphierend zu tanzen. Da springt der Mann vom Baum und bricht dem Wolfs-Mann das Rückgrat. Mit seinen Leuten tritt er den Rückzug an, bevor der Klan nach seinem Mitglied suchen wird.

 

29. Der alte White Bear, Hüter des Heiligen Pfeils, will seinen „Besitz“ an einen Jüngeren weitergeben. Beim Tanz berührt er einen jungen Mann mit dem Pfeil – er ist der Nachfolger. Alle spenden Beifall, freuen sich und veranstalten ein großes Give-away.

 

30. Bei der Gelegenheit will jemand den Heiligen Pfeil mal eben leihen – was zu einem großen Durcheinander führt, denn: Wer gibt, wer bekommt, wer leiht (was ohnehin ungewöhnlich ist)? So kann kein Gourd-Dance (Kürbis-Tanz) begonnen werden.

 

31. Ko-Sahn erzählt, wie es dann doch zum Kürbis-Tanz kommt, der zum Teil des Sonnentanzes wird. Nach einer Reinigungszeremonie, zu der Tai-me mitgenommen wird, bekommt Tai-me ein eigenes Tipi, ein Büffel wird gebracht, viele Leute sind anwesend, Ko-Sahn, damals jung, bekommt ein wunderschönes Gewand, das sie zu anderen Gewändern rund um einen Baum schlingt.

 

32. Mit singenden Frauen und ausgewählten jungen Männern wird der Tanz vorbereitet. Eine alte Frau hat Sand auf ihrem Rücken herbei gebracht, die Leute müssen auf Sand tanzen.

 

33. Der Tanz beschwört die vier Himmelsrichtungen und vier Bünde: Ein Mann ruft viermal und legt sich viermal auf den Boden. Damit werden die vier Bünde thematisiert: die O-homo, Gourd Dance, Black Leggings und Hunting Horse, alle dargestellt von den Tänzern. Alle sind prächtig geschmückt, die Pendants glänzen in der Sonne. Der Tanz ist für Tai-me.

 

Die Energie mythischer Geschichten ergibt sich für weiße Leser nicht nur aus ihrer scheinbar einfachen Direktheit, sondern auch aus ihrem Realitätsbezug. So treten Momadays reale Vorfahren und Großeltern als Akteure und Berichterstatter in den Tai-me-Geschichten auf - in dem Memoir "The Nameskann man sie genauer kennenlernen. Ein Realitätsbezug ist manchmal auch nur teilweise erkennbar. Die mythische Geschichte mit dem Bären und den sieben Schwestern lässt sich anschaulich nachvollziehen angesichts des ungewöhnlichen Felsens, der sich als „Devils Tower“ im Nordosten von Wyoming erhebt - 265 Meter hoch, bei einem Durchmesser von 150 Metern. Der gewaltige Brocken aus Magmagestein, Gegenstand zahlreicher indigener Mythen und ebenso zentrales Objekt von Momadays Schreiben, weckt mit seinen vertikalen Rillen die Vorstellung, dass ein riesiger Bär bei der Verfolgung fliehender Mädchen den „Baum“ zerkratzt hatte.

 

Andere Geschichten geben subtilen Einblick in indigenes Wirklichkeitsverständnis, so die Geschichte 24, die keinerlei dramatisches Geschehen enthält. An unbekanntem Ort, aber in der Nähe liegt eine Frau in wunderbarem Gewand begraben. Die Reaktion eines weißen Lesers vermutlich: Na und? Es geht auch nicht um die Frau, sondern um die Existenz von etwas, was man nicht sieht, ja nicht einmal genau orten kann. Es ist aber da – es ist wirklich entgegen jeder Beweisbarkeit. Die Schönheit und Kostbarkeit des Gewands hat die Energie, Wirklichkeit in der Vorstellung zu sichern und die Ebene der Nichtrealität zu durchbrechen.

 

 

„The Journey of Tai-me“, University of New Mexico Press, Albuquerque 2009, Illustrationen und Cover von N. Scott Momaday, ISBN 978-0-8263-4821-0

 

16. September 2025   Copyright Christel Heybrock

 

 

The Kiowa Medicine Bundle

 

N. Scott Momaday, “The Journey of Tai-me” (1967)

 

This slim volume, first published in 1967 (I have a 2009 collector’s reprint before me), forms the basis for Momaday’s text “The Way to Rainy Mountain”—which presents the history of the Kiowa in greater detail—as well as the novel *House Made of Dawn*. All three works serve as both literary narratives and mythic definitions of identity. The central figure in “The Journey of…” is Tai-me—the mysterious medicine bundle entrusted to the Kiowa during a perilous moment in their history, whose spiritual power accompanies the tribe.

 

As a “white” reader, one naturally wonders what might be found inside if the bundle could be unwrapped—though the rounded object that appears to hang from a cord on the small book’s endpapers looks quite different on the cover and later in *The Way to Rainy Mountain*: there, it is depicted as a human-like figure, roughly 60 centimeters tall, carved from dark green stone and adorned with white feathers, ermine-fur pendants, and blue beads, with sun and moon symbols marking its face, chest, and back. According to Momaday, this precious object was kept in a rawhide container and displayed to the Kiowa only once a year during the Sun Dance—the last such occasion being in 1888. He himself saw it only once—or so the passage in *The Way to Rainy Mountain* recounts. Tai-me—often referred to simply by name, without the neuter article—is, according to myth, no mere inanimate object but a sacred power that adapts to changing situations and sometimes makes its presence known of its own accord.

 

 "The Journey of Tai-me is preeminently the history of an idea… Man’s idea of himself… The journey herein recalled is an expression of the human spirit…most truly made in terms of wonder and delight," writes Momaday in the foreword. In 33 short texts dedicated to the "old woman Ko-Sahn," (one of Momaday’s ancestors), he chronicles the mythological history of his tribe, culminating in the first performance of the Gourd Dance—held in honor of Tai-me and distinct from the Sioux Sun Dance involving physical self-sacrifice. However, the precise origin of the gourd motif within the Gourd Dance remains unclear. The texts do more than just recount the story of Tai-me; above all, they recall stories that originated among the Kiowa—tales of giant trees, brave men, women both virtuous and otherwise, a grandmother-spider who raises children, and girls who transform into stars while fleeing their bear-brother.

 

Momaday’s illustrations, however, are unusual for Kiowa art; employing a mix of figurative elements, smudging techniques, and semi-transparent watercolors, they use subtle blurring to spark the reader's imagination. Thus, the buffalo with metal horns, Grandmother Spider, and Tai-me—covered in feathers at the moment of first encounter—emerge as mysterious apparitions; enveloped in a gentle mist of unreality, they nonetheless embody a mythical reality. The 33 texts, each appearing on its own page, recount the following traditions:

 

 

 1. The Kiowa—whose name derives from the word "kwuda" (to come out)—describe their origin story as a people who emerged from a hollow log. A pregnant woman became stuck inside the log due to her size, preventing anyone else from coming out; this explains why the tribe has remained so small.

 

2. A little girl is placed in her cradleboard high up in a tree (a motif implying a protective function, frequently found in indigenous stories), but she crawls out to climb after a beautiful bird. Meanwhile, the tree grows taller and taller; by the time it reaches the sky and the girl has grown into a woman, the Sun—appearing as a man—stands before her instead of the bird and desires her as his wife.

 

3. One day, the couple quarrels, and the woman digs up the roots of a shrub—something the Sun-Man had forbidden her to even approach. With a baby on her back, the woman looks through the opening in the earth and sees the people of her old tribe; she attempts to climb down a rope, but the distance is too great. When the Sun-Man returns in the evening, he kills the woman in a fit of rage using a ring—leaving the child behind, all alone.

 

 4. The son of the Sun grows up and explores the world. One day, he encounters Grandmother Spider, who captures the boy and sings him to sleep with a Kiowa song.

 

 5. As the boy grows, the Spider warns him never to throw the ring—the one used to kill his mother—up into the air. Yet he does so anyway, and something bumps against him—lo and behold, he has a twin, who is also being raised by Grandmother Spider.

 

 6. Now both possess a deadly ring; when they throw the rings up, the rings roll into a cave where a terrible giant lives with a woman. He wants to kill the boys, but they manage to escape using the magic spell "thain-mom, above my eyes."

 

 7. Back at Grandmother Spider’s place, they discover a large snake in the tipi and kill it. Grandmother Spider is horrified: they have killed her grandfather! The spider dies as well. The boys bury her and live long lives. They were held in high esteem by the Kiowa.

 

 8. Long ago, the Kiowa were suffering from hunger and thirst. In a canyon, a man encounters a being with deer feet and a body covered in feathers. "What do you want?" the being asks. "We are hungry," the man says. "Take me with you, and I will give you whatever you want." From then on, Tai-me belongs to the Kiowas.

 

 9. Seven girls and a boy are playing together. Suddenly, the boy undergoes a transformation and turns into a bear. Terrified, the girls flee up a tree that grows higher and higher; the bear tries to follow, but they are already too high up and eventually turn into the "Seven Sisters"—the seven stars of the Big Dipper.

 

10. Before the Kiowa acquired horses, they worked with large dogs that could speak. One dog saves a man's life from a bear because the man had cared for the dog's puppies.

 

11. Two hungry brothers in winter: suddenly, meat appears out of nowhere, and one of them eats it without heeding the other's warning—he turns into a crocodile. But because they are brothers, they continue to visit each other.

 

12. A man crafts an arrow in his tipi at night while an enemy lurks outside. From inside the tipi, the man uses clever maneuvers to shoot the adversary lying in wait (when tipis are lit from within, the occupants' actions are visible from the outside).

 

13. Bad women are "thrown away"—that is, cast out. A blind man's wife lies to him during a buffalo hunt and abandons him so she can eat the captured meat alone. However, the man finds her and casts her out at sunrise.

 

14. One of two brothers is captured by the Ute. The other attempts to free him but is captured as well. The Ute chief promises them both their freedom if the second brother can carry the first on his back across a row of slippery buffalo skulls. The man succeeds; the two men are generously provided with horses and set free.

 

 15. An elderly couple outwits the enemies who are extorting food from them. While the wife is roasting meat, the man lures the enemies outside at a crucial moment with a bird call; the couple escapes, but the food catches fire, leaving the enemies empty-handed.

 

16. A man owns a magnificent, spirited warhorse that requires no reins. On one occasion, he turns the horse away just as he is supposed to ride into battle. The horse dies of shame.

 

17. A man must save himself from a buffalo with metal horns. The buffalo fells three of the four trees the man climbs. At the fourth tree, a voice tells him to aim his arrow at the base of the buffalo's hooves to kill it. The metal horns flash in the sunlight as the beast falls.

 

18. The Kiowa are ambushed by the Osage, and the Tai-me is stolen. After a year, a captured Kiowa woman is released; she brings back the Tai-me, but in winter the stars go wild (referring to the historic meteor shower of November 13, 1833), and nothing is ever the same again.

 

19. Young Quoetoti falls in love with Many Bears’ wife and is wounded by him but saved by the medicine man. During a dance preparing for a raid into Mexico, the woman openly sings that she will leave her husband. She and Quoetoti subsequently roam with the Comanches for fifteen years before returning. Many Bears then makes Quoetoti his brother.

 

20. After a raid in Texas, weary warriors arrive at a wall at night and fall asleep, only to be ambushed. They flee, but one man has forgotten his shield. He is urged to give up on retrieving it and instead claim that his horse spooked at the sound of gunfire and ran off with the shield. However, when another battle breaks out in winter, the man charges into the fray on foot until he is blinded by gunpowder smoke. In this way, he pays for his shield.

 

 21. Botone was the last keeper of the Tai-me, but he once forgot about it because he was pursuing a woman. In a dream, Tai-me says: "You forgot about me. Now I am going to forget about you." And Botone is destined to die.

 

22. Before his death, he wanted to secure a successor for the Tai-me, but no one volunteered. Botone’s daughter dreams of her long-deceased grandmother, who takes a giant mushroom—with a bite taken out of it—from a bundle. Botone then knows that the Tai-me will live with his daughter.

 

23. Aho—Momaday’s grandmother—once visits the wife of the man who was the Tai-me keeper at the time. As they chat, they hear something heavy fall to the ground: It is Tai-me, and the leather cord is still hanging from the hook.

 

 24. East of Aho’s house, a woman in magnificent attire lies buried. No one knows the exact spot, but the garment—made of the finest deerskin and embroidered with beads and caribou teeth—is still there.

 

25. Momaday’s grandparents, Aho and Mammedaty, tell of Kiowa medicine: The "Ten Grandmothers" are ten very old medicine bundles, one of which Mammedaty wears around his neck. If someone fails to show the bundle proper respect, it becomes heavy as a ton around Mammedaty’s neck.

 

26. Mammedaty, grandson of Guipahgo, once wanted to release a herd of horses from the corral. Whenever the lead stallion approached the only gate, he would turn around and run back. Finally, in a fit of anger, Mammedaty fetched his bow and arrow and aimed at the lead stallion—the first in line—but the arrow was strangely deflected and struck the second horse instead.

 

 27. A man was once traveling across the Plains—everything flat: just earth, grass, and sky. Suddenly, he heard a voice and saw a small boy’s face rising above the blades of grass. He dismounted to see what was there, but found nothing.

 

28. Old Ko-Sahn tells the story of how the Gourd Dance (the Sun Dance) came to the Kiowa. A man climbed a mesquite tree on a hill to look around, having set his war gear on the ground below. An enemy from the Wolf Clan came along and took his belongings; holding them in his hand like a gourd, he began to dance triumphantly. Then the man leaped from the tree and broke the Wolf-man’s back. He and his men beat a retreat before the clan comes looking for one of their own.

 

 29. Old White Bear, keeper of the Sacred Arrow, intends to pass his "possession" on to a younger man. During the dance, he touches a young man with the arrow—he is the successor. Everyone applauds and rejoices, and a great giveaway ceremony is held.

 

30. At this point, someone tries to casually borrow the Sacred Arrow—leading to great confusion: Who is giving? Who is receiving? Who is borrowing (an unusual act in itself)? Consequently, the Gourd Dance cannot begin.

 

 31. Ko-Sahn recounts how the Gourd Dance eventually takes place and becomes part of the Sun Dance. After a purification ceremony—to which Tai-me is brought along—Tai-me is given its own tipi; a buffalo is brought in, and a large crowd gathers. Ko-Sahn, young at the time, receives a beautiful garment, which she drapes around a tree alongside other garments.

 

32. Preparations for the dance involve women singing and selected young men participating. An old woman has brought sand on her back; the people must dance upon the sand.

 

33. The dance invokes the four cardinal directions and four societies: a man calls out four times and lies on the ground four times. This highlights the four societies—the O-homo, Gourd Dance, Black Leggings, and Hunting Horse—all represented by the dancers. Everyone is magnificently adorned, and their ornaments glisten in the sun. The dance is performed for Tai-me.  

 

For white readers, the power of these mythical stories derives not only from their seemingly simple directness but also from their connection to reality. Momaday’s actual ancestors and grandparents, for instance, appear as participants and narrators in the Tai-me stories—and one can get to know them better in the memoir *The Names*. Sometimes, this connection to reality is only partially discernible. The myth of the bear and the seven sisters becomes vividly comprehensible when viewed against the backdrop of the unusual rock formation known as Devils Tower, which rises in northeastern Wyoming.—rising 265 meters high with a diameter of 150 meters. This massive igneous monolith—the subject of numerous Indigenous myths and a central element in Momaday’s writing—features vertical grooves that evoke the image of a giant bear clawing at the "tree" while pursuing fleeing girls.

 

 Other stories offer subtle insights into the Indigenous understanding of reality; Story 24, for example, contains no dramatic action whatsoever. At an unspecified location—though nearby—a woman lies buried, dressed in a magnificent garment. A white reader’s likely reaction: So what? Yet the point is not the woman herself, but the existence of something unseen—something that cannot even be precisely located. And yet, it is there—real, despite defying empirical proof. The beauty and preciousness of the garment possess the power to anchor this reality in the imagination and to break through the realm of the unreal.

 

 

"The Journey of Tai-me," University of New Mexico Press, Albuquerque 2009; illustrations and cover by N. Scott Momaday; ISBN 978-0-8263-4821-0

 

September 16, 2025   Copyright Christel Heybrock

Translation by Google