Zu Ohíyesa "Red Hunters and the Animal People"
Die Wölfe halten eine große Ratsversammlung, denn die „Männer mit dem Haar im Gesicht“ (die weißen Siedler) zerstören das Land und dezimieren die Tierpopulationen. Dabei sind die Wölfe eigentlich daran gewöhnt, zusammen mit Menschen zu jagen, aber nur mit den Red Hunters, die ihnen auch immer einen ordentlichen Teil der Beute überlassen. Sie begleiten die roten Jäger in einer festgelegten Ordnung bei der Büffeljagd – stets auf der Hut und unter Deckung, aber zu zweit und mit Abstand voneinander in einer Linie. Nur wenn es ans Fressen geht, kann jeder losrennen, wie er will, eine tolle Geschichte über den gemeinsamen Lebenskampf Wolf-Mensch.
Aber es ist November, und es hat begonnen zu schneien. Weiße Schäfer, mit den Gegebenheiten nicht vertraut, haben ihre Herde im Freien gelassen und sich selbst vor dem Schneesturm in ihre Hütte zurückgezogen. Sie hören ein Schaf blöken und glauben, ein Bär habe sich der Herde genähert, und als sie die Tür öffnen, ist in der Dunkelheit draußen nichts zu sehen. Dennoch holen sie ihre Gewehre, ziehen sich die cowhide overcoats an, nehmen Laternen und gehen nach draußen, wo sie merken, dass die meisten Schafe außerhalb des Corrals und zahllose Wölfe eingedrungen sind. Blindes Drauflosfeuern bringt nichts, im Sturm verhallen die Schüsse, während die Schäfer zugleich hören, wie Schafsknochen unter Wolfszähnen zerbrechen, und Hunderte glühender Augen im Laternenlicht aufscheinen. Als sie einen großen alten, einäugigen Wolf zusammen mit einem jungen auf sich zukommen sehen, ergreifen sie die Flucht, die beiden Wölfe folgen ihnen bis in die Hütte, Manitoo, der junge, hat den Siedler Jake am Bein ergriffen und ihm einen Stiefel weggerissen, der alte wird mit einem Feuerhaken erschlagen. Die beiden Männer verbarrikadieren sich in der Hütte und überlassen die Schafe ihrem Schicksal – sie werden alle getötet, entweder von den Wölfen oder durch den Schneesturm. Manitoo hat den Stiefel als Kriegstrophäe zu seinen Gefährten mitgebracht, die sich siegreich zusammenfinden und ein Triumphgeheul ausstoßen im Bewusstsein, dass sie es den haarigen weißen Männern endgültig gezeigt haben.
Ein Indianer bleibt im Schneesturm in der Nähe der Wolfsversammlung mit seinem Pony hängen und findet am Morgen nicht nur den zurückgelassenen Stiefel, sondern auch den wópata – den Kriegsschauplatz der Wölfe mit zahlreichen Schafskadavern. Zuhause in seinem Camp freuen sich alle Indianer über die Lektion der Bruder-Wölfe an den weißen Männern, die hier nichts zu suchen haben: „Let us sing war-songs for the success of our brother!“
Der ruinierte Schäfer macht sich derweil auf zum Handelsposten und beklagt sein Pech. Der Händler, brutal und von weißer Mentalität: „I told you before to take out all the strychnine you could get hold of. We have got to rid the country of the Injuns and gray wolves before civilization will stick in this region!“
Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende. Wolf Manitoo hat seinen Bruder verletzt vorgefunden und will ihn nicht allein lassen. Er lässt das Rudel weiterziehen und bleibt, bis der Bruder stirbt. Dann macht er sich zu spät auf, um seine Gefährten wieder zu finden. Er ist allein, weiße Jäger entdecken seine Spur, Soldaten schießen auf ihn, werden aber aufmerksam auf eine bedrohliche Indianer-Versammlung und kehren vorsichtshalber auf ihren Posten zurück: „So, perhaps, after all, his brothers, the wild hunters, had saved Manitoos life.“ Und Manitoo läuft weiter, frierend und hungrig, denn ohne sein Rudel kann er nicht jagen. Es ist kalt, es schneit, es stürmt, Manitoo kämpft mit einer tiefen Depression aus Hunger und Einsamkeit, es geht ihm just, wie es auch einem menschlichen Jäger gehen würde. Aber zufällig kämpft sich irgendwann ein hübsches Wolfsmädchen durch den Schnee, Manitoo erwacht zum Leben, beide stellen beglückt die buschigen Schwänze hoch und sehen sich an. Und dann bleiben sie beieinander „during their lifetime“.