Zu Ohíyesa "Red Hunters and the Animal People"

The Great Cat’s Nursery

 

Einige Tage im Leben von Igmútanka, einer Puma-Mutter am Bear-Runs-in-the-Lodge River, einem Nebenfluss des Smoking Earth River in den Bad Lands. Es ist eine tragische Geschichte, schrecklich und prekär wie die Natur selbst. Igmútanka hat zwei Babys zu versorgen, allein, denn ihr Gefährte Igtín wurde wahrscheinlich von einem Jäger getötet. Die Reste der letzten Jagd, bei der sie Igtín verlor, sind verzehrt, sie muss die Babys allein lassen und neue Nahrung suchen. Sie erlegt geschickt ein Rehkitz, kann fürs erste den Hunger stillen und deckt den Rest der Mahlzeit zu, versehen mit einer Duftmarke: Das hier gehört mir! Auf dem Rückweg zur Höhle der Babys hat sie eine ungeschützte Passage und stellt fest, dass seit dem Vortag in der Ebene unter ihr eine Menge Tipis aufgestellt wurden - menschliche Jäger sind eine Lebensgefahr: „There are the homes of those dreadful wild men! They always have with them many dogs, and these will surely find my home and babies.“

 

Sie muss einige Biberdämme überqueren – zwischen ihr und dem Bibervolk besteht ein stilles Übereinkommen – keiner stört den andern. Aber dann kommt eine weitere ungeschützte Passage, bei der sie von einem Jäger gesehen und von dessen Pfeil getroffen wird. Sie rennt in Todesangst um ihre Babys weiter und findet die beiden unversehrt in der Höhle, füttert sie und zieht sich den Pfeil aus dem Rücken. Es ist ihr klar, dass der Jäger mit den Hunden ihre Spur verfolgt hat, so dass die Babys in dieser Höhle nicht mehr sicher sind. Sie muss die Kinder wegbringen, aber der Weg zu einer Zwischenstation bei den Bibern ist weit und gefährlich, sie schafft es nur mit dem kleineren Baby im Maul, das kann sie in einem verlassenen Biberbau verstecken. Es ist dunkel geworden, als sie das zweite Baby aus der Höhle holt, und der kürzeste Weg zum Cedar Fluss führt dicht am Camp der Indianer vorbei, die nachts allerdings nicht jagen. Sie kann das Baby auch sicher am Fluss unterbringen, nun muss sie die beiden wieder zusammenführen, denn der Platz im Biberbau ist nur vorläufig. Der Umzug dauert die Nacht lang, am Morgen ist Igmú müde und hungrig, sie erinnert sich an den versteckten Rest ihrer Mahlzeit vom Vortag – aber über die hat sich gerade ein Bär hergemacht. Igmú ist so wütend, dass sie den Mato attackiert – böse und tödlich. Aber sie kann den von ihm zurückgelassenen Rest der Mahlzeit nicht selbst essen, die ist vom Bär verseucht. So macht sie sich für eine erneute Jagd auf den Weg und hat Erfolg bei einem weiteren Kitz.

 

Inzwischen aber hat eine Cousine von Igmú das eine Baby gefunden, das offenbar Hunger hat – fürsorglich und ahnungslos nimmt sie es mit, um es zusammen mit ihrem eigenen aufzuziehen. Derweil muss Igmú, um das Baby aus dem Biberbau zu holen, noch einmal an ihrer alten Höhle vorbei – betreten wird sie das alte Nest nicht: Pumas würden nie einen Unterschlupf betreten, aus dem sie hatten fliehen müssen – bad spirits! Fast bei den Bibern angekommen, hört sie Hundegebell und Laute von roten Jägern. Als sie vorsichtig die Szene überblickt, sieht sie, dass ihr Baby sich auf einen Baum gerettet hat, unten stehen drei Jäger mit Hunden und schütteln den Baum. Igmú kann sich nicht zurückhalten - sie attackiert die Jäger, greift die Hunde an, rauf auf den Baum, ihr Baby ins Maul, wieder runter und weg. Aber sie wird vom Pfeil eines Jägers getroffen und bricht zusammen, das Baby fällt aus ihrem Maul: „She staggered towards the bank, but her strength refused her, so she lay down beside a large rock. The baby came to her immediately, for she had not had any milk since the day before. She gave one gentle lick to his woolly head before she dropped her own and died.“ Eine Puma-Familie ist ausgelöscht. Der triumphierende Jäger nimmt das Baby mit. Es ist eine Existenz in ständiger Todesgefahr, nur Mut, Geschicklichkeit und Fürsorge ermöglichen ein Überleben, niemand hätte das besser gewusst als ein Indianer.