Verschrobener Mix aus Fakten und Phantasie

 

 

James Fenimore Cooper „The Last of the Mohicans" Deutsch „Der letzte Mohikaner“

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Die fünf Lederstrumpf-Romane von James F. Cooper faszinieren seit ihrer Erstpublikation. „Der Letzte Mohikaner“ erschien 1826 und liegt in diversen deutschen Übersetzungen vor, die früheste von Leonhard Tafel 1841. Die von mir benutzte Ausgabe ist eine Übersetzung von C. Kolb (wer auch immer das sein mag), die von Rudolf Drescher bearbeitet wurde, offenbar einem Heimat- und Familienschriftsteller des 19. Jahrhunderts. „Der letzte Mohikaner“ ist Band 2 der fünf Bände, und wenn das Interesse bis heute anhält, dann vor allem wegen der „spannenden“ Kampfszenen zwischen konträren Gegnern, zum Beispiel Briten und Franzosen, die im Zuge des Siebenjährigen Krieges auf amerikanischem Boden Indianervölker auf der einen und anderen Seite hineinzogen.

 

Wahrscheinlich ist „Der letzte Mohikaner“ ohne Bearbeitung (vor allem als Jugendbuch) heute kaum noch genießbar. Die mir vorliegende Ausgabe erschien zwar in geringfügig ferner Vergangenheit, atmet aber so sehr die Verankerung im 19. Jahrhundert, dass man nur den Kopf schütteln kann. Die Verschrobenheit des Denkens, der umständlich gedrechselte Satzbau, sie fordern einem heutigen Leser zumindest Geduld ab. Auch gutwillige Leser haben es schwer, in die Handlung hineinzufinden, ich musste das Buch zweimal lesen, um überhaupt die Personen zu identifizieren. Die Bezeichnungen „der Kundschafter“, „Hawkeye“, „La Longue Carabine“, „der alte Weidmann“ und „Natty Bamppo“ stehen alle für den Trapper Lederstrumpf, ohne dass einem das je erklärt würde, auf den ersten Blick fragt man sich, wo da schon wieder eine neue Person herkommt und wie man sie einordnen müsste. Mit anderen Figuren geht es einem nicht viel besser.

 

Zwar gründet Coopers unerschütterlicher Ruhm auf der Tatsache, dass er einer der ersten amerikanischen Autoren überhaupt war und offenbar der erste, der aus der Indianerthematik Geschichten machte. Zwar gilt er als Klassiker, aber man sollte seine literarische Qualität nicht mit der eines wirklich großen Autors verwechseln. Seine Personenzeichnung ist auch abgesehen von der Namensverwirrung zweitklassig. Um überhaupt Personen zu charakterisieren, setzt Cooper auf deren äußere Gegensätze statt auf innere Konflikte. Da ist der rüstige alte Munro, schottisch gebürtiger Kommandant des britischen Forts William Henry. Sein hinsichtlich Anschaulichkeit äußerster Gegensatz besteht in dem skurrilen Prediger und Psalmensänger David Gamut. Am eklatantesten versagen Coopers Charakterisierungskünste bei Frauenfiguren – da brauchte es wie bei einem Groschenautor hier die schwarzlockige Kora als Gegensatz zu der ätherisch zarten, blonden Alice. Na, und was für ein Kontrast zwischen dem brutalen Huronenscheusal Magua (auch „Le Renard Subtil“ genannt) und seinem Widerpart, dem edlen, in sich ruhenden Mohikaner Unkas!

 

Manche Leser fühlen sich womöglich angesprochen von der detaillierten Schilderung indianischen Lebens besonders gegen Ende, wo es um die Begräbniszeremonie von Unkas und Kora geht. Aber wie leb(t)en die Indianer wirklich – Cooper hatte kaum eigene Kontakte. Als „Der letzte Mohikaner“ erschien, warf ein gewisser Giacomo Beltrami ihm ein Plagiat vor. Beltrami hatte 1823 einige Monate bei den Sioux gelebt und 1824 das Buch „La découverte des sources du Mississippi“ publiziert - Cooper hat offenbar wörtlich daraus abgeschrieben. Noch dazu war Cooper weit entfernt von einem objektiven Verständnis indianischer Verhaltensweisen, aus heutiger Perspektive sind viele seiner Formulierungen über die „Wilden“ (womit meist die Huronen als Gegner der Mohikaner gemeint sind) einfach rassistisch.

 

Bei aller Kritik sollte man aber Coopers wirkliche Stärken nicht verschweigen. Die liegen einmal in Schilderungen unberührter Natur und deren topographischen Gegebenheiten, als da sind dichter Baumbewuchs, Seen, bewaldete Bergzüge, Abhänge, fester oder feuchter Waldboden… alle diese Dinge sind wichtig für das Aufspüren von oder Verstecken vor Gegnern, Natur wird nur scheinbar um ihrer selbst willen beschrieben. Richtig Talent hat Cooper nämlich da, wo es um Kampfhandlungen geht, da wird jeder Schuss, jede Deckung, jeder Treffer detailliert als Teil kämpferischer Strategie auf beiden Seiten beschrieben.

 

Kampfszenen sind Coopers große Stärke

 

Ganz komprimiert wird das gegen Ende, als Kora, bedrängt von dem Huronen Magua, kniend auf einem Felsvorsprung ihren Tod ersehnt. Der sie schützen wollende Unkas springt von oben herab, um Magua zu attackieren, als ein Kampfgefährte Maguas Kora erdolcht – warum? Damit agiert er gegen die Intentionen seines Häuptlings, der Kora zur Frau begehrt…. Magua stürzt sich denn auch auf seinen eigenen Mann, Unkas trennt die beiden, liegt aber am Boden, so dass Magua ihm das Messer in den Rücken stoßen kann. Unkas steht dennoch auf und tötet nun Koras Mörder. Magua ersticht darauf den nicht mehr kampffähigen Unkas (den als Sohn von Häuptling Chingachgook letzten Mohikaner) und versucht über das schwierige Berggelände zu fliehen. Als Hawkeye ihn anschießt, stürzt er in den Tod, womit auch die Huronen ihren Häuptling verloren haben. Es ist eine kurze Textpassage, bei der sich Coopers Meisterschaft in diesem Genre zeigt.

 

In verstörendem Kontrast dazu stehen Passagen, die auf Kampf-Choreographien folgen und sich zwischen den Schwestern Kora und Alice abspielen: „Ihr Gebet war innig und still, die Opfer ihres edlen Gemüts brannten hell und rein auf den geheimen Altären ihrer Herzen, und ihre neu belebten irdischen Gefühle drückten sich in langen, glühenden, wenn auch sprachlosen Liebkosungen aus.“  Du liebe Güte.

 

Worum geht es überhaupt in dem Roman? Cooper bezieht sich partiell auf historische Ereignisse wie das Ringen zwischen Briten und Franzosen um das britische Fort William Henry im Jahr 1757 an der heutigen kanadischen Grenze. Bedrängt von französischen Truppen unter Louis-Joseph de Montcalm hat der britische Kommandant George Munro durch einen Boten Verstärkung von General Webb angefordert, der mit 5000 Mann im etwas entfernten Fort Edward stationiert ist. Die Franzosen haben den Boten auf dessen Rückkehr abgefangen und setzen nun nach allen Formen diplomatischer Höflichkeit den bedrängten Munro der Situation aus, dass die Verstärkung abgelehnt wurde und Montcalm sein Fort besetzen wird. Munro befiehlt den Abzug, nachdem er noch den tapferen jungen Major Heyward Duncan mit dem Schutz seiner beiden Töchter beauftragt hat. Die Franzosen sind jedoch mit den aggressiven Huronen verbündet (die Briten mit den zivilisierten Delaware=Mohikanern) und können nicht verhindern, dass beim Abzug die „Wilden“ ein tatsächlich historisch verbürgtes Massaker mit mehreren Hundert Toten anrichten.

 

Nur teilweise historisch sind Munros Töchter Kora und die zarte Alice, in die Duncan verliebt ist – Cooper entnahm das Motiv dreier von Indianern entführter junger Damen von mit ihm befreundeten Siedler-Familien, ein Ereignis, das viel später stattfand, aber Cooper wohl als Kontrast zu seinen Kampfszenen faszinierte. In den Wirren des Massakers und der Fluchtversuche bemächtigt sich der Huronenchief Magua der beiden Munro-Töchter – er hat ein Auge auf Kora geworfen und will sich durch eine Verbindung mit ihr an Munro rächen, der ihn einmal misshandelt hat. Kora lehnt ihn natürlich ab, kann aber die Entführung nicht verhindern. Die Handlung besteht danach hauptsächlich darin, dass Chingachgook, Unkas, Hawkeye und Major Duncan die beiden Mädchen suchen, bei denen sich auch der seltsame Prediger und Sänger David Gamut befindet.

 

Ein falscher Bär in abenteuerlichen Verwicklungen

 

Irgendwann taucht Gamut zufällig bei dem Suchtrupp auf und berichtet, Kora und Alice seien getrennt, Kora sei zu einem benachbarten Volk gebracht worden, aber Alice befinde sich im Huronendorf in der Nähe. Duncan beschließt einen tollkühnen Auftritt in diesem Dorf und tritt als Heiler zusammen mit David bei den Huronen auf. David  gilt bei den Huronen als „heiliger“ Irrer und wird überall akzeptiert, so dass auch Duncan unbehelligt bleibt. Im Dorf kommen derweil Huronen mit zwei Gefangenen von einem Kriegszug zurück – die Gefangenen sind Unkas und ein Hurone, der sich zuvor schuldig gemacht hat und mit einem Messer getötet wird, während Unkas der Marter vorbehalten bleibt. Und dann schwingt sich Cooper zu ganz großem Kino auf.

 

Ein Hurone bittet den „Heiler“ Duncan zur Frau seines Sohnes, die todkrank in einer Höhle darniederliegt. Duncan, der Chief und  ein irgendwie auftretender zahmer Bär gelangen durch ein System von Gängen zu dem Höhlenraum, wo die Kranke liegt, umringt von Frauen nebst David, der weiß, wo im selben Höhlensystem sich Alice befindet. Es stellt sich heraus, dass in dem zahmen Bären niemand anderes als Hawkeye steckt – der hat in nullkommanix einfach mal eben einen Bären getötet, ausgeweidet, den Balg präpariert und als Kostüm hergerichtet. Darin bewegt er sich dermaßen bärengemäß, dass nicht mal die kenntnisreich-misstrauischen Huronen etwas merken, anscheinend finden sie plötzlich auftauchende zahme Bären völlig normal.

 

Aber es kommt noch toller. Duncan hat Alice gefunden und ist noch in einer keuschen Szene an ihrer Seite, als unerwartet Magua auftaucht. Mit einer Drohung will er die Höhle  verlassen, wird aber vom „Bären“ daran gehindert und findet sich schließlich am Boden, gefesselt und geknebelt von Hawkeye und Duncan. Die beiden verlassen zusammen mit Alice mithilfe von Tricks und Lügen das Bergsystem. Duncan plant, Alice zu den Delaware zu bringen, während der „Bär“ bei den Huronen bleiben will, um den bedrohten Unkas zu retten. Und in Unkas` einsamem Gewahrsam treibt Cooper die Unwahrscheinlichkeiten auf die Spitze. Unkas klettert ins Bärenkostüm und Hawkeye tauscht die ungewöhnliche Kleidung des Psalmensängers David mit seiner eigenen, während in Hawkeyes Trapper-Outfit David allein zurück bleibt – in der Hoffnung, dass ihm schon nichts passieren wird, wenn die Huronen ihn entdecken. Und tatsächlich können Hawkeye und „Bär“ Unkas unbehelligt das Dorf verlassen, der Tumult bricht aus, als sie in Sicherheit sind. Magua wird vermisst – und schließlich in den Höhlen gefunden. Lärm. Durcheinander. Racheschwüre. Etwa zwanzig Huronen ziehen los gegen die Delaware und holen sich noch spirituelle Stärkung am Biberteich, nicht ahnend, dass in einem der Biber Chingachgook steckt.

 

Soweit Coopers Kostümfest. Zwischen Verfeindung und Verbrüderung von Huronen und Delaware zieht er im Folgenden etliche verwirrende Fäden, in deren Verlauf der etwas altersdemente Delaware-Chief Tamenund die Ehe zwischen Kora und Magua befiehlt und Hawkeye und Duncan gefesselt werden. Unkas gilt bei seinem eigenen Volk offenbar als Spion der Weißen und wird der Menge zur Marter überlassen. Als man ihm die Kleidung herunterreißt, zeigt sich sein Schildkröten-Tattoo, spirituelles Zeichen aller Delaware-Stämme, und die Situation kehrt sich um. Was bleibt, sind Maguas Ansprüche auf Kora, die er schließlich mitnimmt. Auf den nächsten 20 Seiten ist nun richtig Krieg zwischen Huronen und rund 200 Delawaren, die sich strategisch über verschiedene Stellen in der Wildnis aufteilen. Sie nähern sich schließlich einem Sieg, bis es zu der zuvor beschriebenen tödlichen Szene am Felsabhang mit Kora, Magua und Unkas kommt.

 

Ein für Coopers Mentalität erstaunliches spirituelles Detail schält sich dem Leser erst auf den zweiten Blick aus dem Kampfgetümmel – Unkas` nie erklärte, aber fundamentale Verbindung mit Kora. Den an Koras und Unkas` toten Körpern trauenden Delaware-Mädchen ist das aber völlig klar, und sie wünschen den beiden in der anderen Welt eine glückliche Gemeinsamkeit. Bleibt noch der alte Chief Tamenund, der das Geschehen prophetisch schließt: „Die Blassgesichter sind Herren der Erde, und die Zeit der Rothäute ist noch nicht wiedergekommen. Mein Tag ist zu lang gewesen.“

 

Die Schwächen und der kämpferische Drive von Coopers Roman haben „Bearbeitungen“, viele in Form von Spielfilmen, immer wieder herausgefordert, auch weil die Adapteure sich relativ frei fühlen und eigene Geschichten fantasieren konnten. Die Spannweite zwischen frühen Stummfilmen und aufwändig blutigen Produktionen wie 1992 dem Film von Michael Mann mit Russell Means, Wes Studi und Eric Schweig enthält auch liebevoll gemachte Familienserien wie die von 1994 mit Lee Horsley als Hawkeye und Rodney Grant als Chingachgook. Und die Geschichte vom letzten Mohikaner ist damit sicher nicht am Ende.

 

James Fenimore Cooper: „The Last of the Mohicans“, Deutsch „Der letzte Mohikaner“, in der Bearbeitung der Übersetzung von C. Kolb u. a. durch Rudolf Drescher, mit Illustrationen von O. C. Darkley und einer Nachbemerkung von Peter Härtling, 455 S., Insel Taschenbuch 1584, Ffm. 1993, ISBN 3-458-33284-7

 

6. Februar 2025                Copyright Christel Heybrock

 

An Eccentric Mix of Fact and Fantasy

 

James Fenimore Cooper: *The Last of the Mohicans*

 

James F. Cooper’s five *Leatherstocking Tales* have captivated readers since their initial publication. *The Last of the Mohicans* appeared in 1826 and exists in various German translations, the earliest being by Leonhard Tafel in 1841. The edition I used is a translation by C. Kolb (whoever that might be), edited by Rudolf Drescher—apparently a 19th-century author of regional and family-oriented literature. *The Last of the Mohicans* is the second of the five volumes; if interest in the work persists today, it is largely due to the "thrilling" battle scenes between opposing forces—such as the British and French—who, during the Seven Years' War on American soil, drew Native American tribes into the conflict on one side or the other.

 

In its unedited form—especially as a book for young readers—*The Last of the Mohicans* is likely barely readable today. Although the edition I have was published in the relatively recent past, it is so deeply rooted in the 19th century that one can only shake one’s head. The eccentric mindset and the convoluted, ornate sentence structures demand a great deal of patience from the modern reader. Even well-intentioned readers struggle to get into the plot; I had to read the book twice just to identify the characters. The names "the Scout," "Hawkeye," "La Longue Carabine," "the old woodsman," and "Natty Bumppo" all refer to the trapper Leatherstocking, yet this is never explicitly explained; at first glance, one wonders where a new character has suddenly come from and how they fit into the story. The situation is not much better with the other figures.

 

While Cooper’s enduring fame rests on the fact that he was one of the very first American authors—and apparently the first to turn Native American themes into stories—and is considered a classic, one should not mistake his literary quality for that of a truly great writer. His characterization is second-rate, quite apart from the confusion surrounding names. To characterize his figures, Cooper relies on external contrasts rather than internal conflicts. There is the hale and hearty old Munro, the Scottish-born commander of the British Fort William Henry; his visual opposite is the eccentric preacher and psalm-singer David Gamut. Cooper’s powers of characterization fail most glaringly with female figures—resorting to the tactics of a pulp novelist, he pits the dark-haired Cora against the ethereal, delicate, blonde Alice. And what a contrast exists between the brutal Huron villain Magua (also known as "Le Renard Subtil") and his counterpart, the noble, composed Mohican Uncas!

 

Some readers may be drawn to the detailed depiction of Native American life—particularly toward the end, which covers the funeral ceremony for Uncas and Cora. Yet, how did Native Americans actually live? Cooper had little personal contact with them. When *The Last of the Mohicans* was published, a certain Giacomo Beltrami accused him of plagiarism. Beltrami had lived among the Sioux for several months in 1823 and published the book *La découverte des sources du Mississippi* in 1824; Cooper apparently copied passages from it verbatim. Moreover, Cooper was far from having an objective understanding of Native American behavior; from a modern perspective, many of his descriptions of the "savages" (a term usually referring to the Hurons, the adversaries of the Mohicans) are simply racist.

 

For all the criticism, however, one should not overlook Cooper’s true strengths. These lie, for one, in his descriptions of unspoiled nature and its topographical features—such as dense tree cover, lakes, wooded mountain ranges, slopes, and forest floors ranging from firm to damp. All these elements are crucial for tracking down or hiding from adversaries; the natural world is described only ostensibly for its own sake. Cooper’s real talent shines when it comes to combat: every shot, instance of taking cover, and hit is described in detail as part of the tactical maneuvering on both sides.

 

Fight scenes are Cooper's great strength

 

This intensity is concentrated toward the end, when Cora—cornered by the Huron warrior Magua—kneels on a rocky ledge, longing for death. Uncas, attempting to protect her, leaps down from above to attack Magua, only for one of Magua’s own comrades to stab Cora—but why? In doing so, he acts against the wishes of his chief, who desires Cora as his wife. Magua immediately turns on his own man; Uncas separates the two but ends up on the ground, allowing Magua to plunge his knife into Uncas’s back. Nevertheless, Uncas rises and kills Cora’s murderer. Magua then stabs Uncas to death who is no longer fit for combat— being the son of Chief Chingachgook he is the last of the Mohicans. Magua then attempts to flee across the difficult mountain terrain. When Hawkeye shoots him, he plunges to his death—an event that also leaves the Huron without their chief. It is a brief passage that showcases Cooper’s mastery of the genre.

 

Standing in unsettling contrast to this are the passages following the battle scenes—specifically those involving the sisters Cora and Alice: “Their prayer was fervent and silent; the offerings of their noble spirits burned bright and pure upon the secret altars of their hearts, and their reawakened earthly affections found expression in long, ardent, albeit wordless caresses.” Good heavens.

 

What is the novel actually about? Cooper draws partly on historical events, such as the struggle between the British and the French over the British Fort William Henry in 1757, located near what is now the Canadian border. Besieged by French troops under Louis-Joseph de Montcalm, the British commander George Munro has sent a messenger to request reinforcements from General Webb, who is stationed with 5,000 men at Fort Edward, some distance away. The French intercepted the messenger on his return journey; now, maintaining all the forms of diplomatic courtesy, they confront the beleaguered Munro with the news that reinforcements have been denied and that Montcalm intends to occupy the fort. Munro orders a withdrawal, having first entrusted the brave young Major Duncan Heyward with the protection of his two daughters. However, the French are allied with the aggressive Huron (while the British are allied with the civilized Delaware—or Mohicans), and they are unable to prevent the “savages” from perpetrating a massacre during the retreat—an event that is historically documented and resulted in hundreds of deaths.

 

Munro’s daughters—Cora and the delicate Alice (with whom Duncan is in love)—are only partially based on historical figures; Cooper drew the motif of three young women abducted by Native Americans from settler families he knew. Although that real-life event occurred much later, it evidently fascinated Cooper as a counterpoint to his battle scenes. Amidst the chaos of the massacre and the attempts to flee, the Huron chief Magua seizes the two Munro daughters; he has set his sights on Cora and intends to use a union with her to exact revenge on Munro, who had once mistreated him. Cora naturally rejects him but is unable to prevent the abduction. The subsequent plot centers largely on the search for the two girls—who are accompanied by the eccentric preacher and singer David Gamut—undertaken by Chingachgook, Uncas, Hawkeye, and Major Duncan.

 

A fake bear caught up in adventurous entanglements

 

At one point, Gamut unexpectedly appears before the search party and reports that Cora and Alice have been separated: Cora has been taken to a neighboring tribe, while Alice is being held in a nearby Huron village. Duncan decides on a daring gambit, entering the Huron village disguised as a healer alongside David. Because the Hurons regard David as a "holy" madman and accept him everywhere, Duncan is also left unmolested. Meanwhile, a Huron war party returns to the village with two captives: Uncas and a Huron warrior who had previously committed an offense. The latter is killed with a knife, whereas Uncas is reserved for ritual torture.

 

It is at this moment that Cooper’s storytelling rises to the level of grand cinema. A Huron man asks Duncan—in his guise as a "healer"—to attend to his son’s wife, who lies mortally ill in a cave. Duncan, the chief, and a tame bear that has somehow appeared make their way through a network of passages to the cavern where the sick woman lies, surrounded by women and David—who knows exactly where Alice is being held within that same cave system. It turns out that the tame bear is none other than Hawkeye—who, in no time flat, simply killed a bear, gutted it, prepared the hide, and fashioned it into a costume. He moves inside it with such convincing bear-like authenticity that not even the knowledgeable and suspicious Hurons notice anything amiss; apparently, they find the sudden appearance of tame bears perfectly normal.

 

But it gets even more far-fetched. Duncan has found Alice and is by her side—in a chaste scene—when Magua unexpectedly shows up. He attempts to leave the cave while issuing a threat, but is stopped by the "bear" and ultimately finds himself on the ground, bound and gagged by Hawkeye and Duncan. The pair, accompanied by Alice, make their way out of the cave system using ruses and lies. Duncan plans to take Alice to the Delaware, while the "bear" intends to stay with the Hurons to rescue the imperiled Uncas. And regarding Uncas’s solitary captivity, Cooper pushes the improbabilities to the limit: Uncas climbs into the bear costume, and Hawkeye swaps his own clothes for the peculiar attire of David, the psalm-singer—leaving David behind in Hawkeye’s trapper outfit, in the hope that nothing bad will happen to him when the Hurons discover him. And indeed, Hawkeye and Uncas ("Bear") leave the village unmolested; the uproar erupts only once they are safe. Magua is missing—and is eventually found in the caves. Noise. Chaos. Vows of vengeance. About twenty Hurons set out against the Delaware, pausing to seek spiritual strength at the beaver pond—unaware that Chingachgook is hiding inside one of the beavers.

 

So much for Cooper’s masquerade. Amidst the shifting hostilities and alliances between the Hurons and the Delaware, he weaves a number of confusing plot threads; in the process, the Delaware chief Tamenund—suffering from the onset of senility—orders a marriage between Cora and Magua, while Hawkeye and Duncan are taken prisoner. Uncas is evidently regarded by his own people as a spy for the whites and is handed over to the mob for torture. When his clothes are torn away, his turtle tattoo—the spiritual emblem of all Delaware tribes—is revealed, and the tide turns. What remains is Magua’s claim to Cora, whom he ultimately carries off. The next twenty pages depict full-scale warfare between the Hurons and some two hundred Delaware warriors, who strategically position themselves at various points in the wilderness. They are on the verge of victory when the previously described deadly confrontation on the cliffside—involving Cora, Magua, and Uncas—takes place.

 

Amidst the tumult of battle, a spiritual detail emerges—one surprising given Cooper’s mindset, and apparent to the reader only upon closer inspection: the never-explained yet fundamental bond between Uncas and Cora. To the Delaware maidens mourning over the bodies of Cora and Uncas, however, this connection is perfectly clear, and they wish the pair a happy union in the afterlife. Then there remains the aged Chief Tamenund, who brings the events to a prophetic close: “The pale-faces are masters of the earth, and the time of the red men has not yet returned. My day has been too long.”

 

The weaknesses and the combative drive of Cooper’s novel have repeatedly invited “adaptations”—many in the form of feature films—not least because those adapting the work felt relatively free to conjure up their own stories. The spectrum ranging from early silent films to lavishly bloody productions—such as Michael Mann’s 1992 film starring Russell Means, Wes Studi, and Eric Schweig—also encompasses lovingly crafted family series, like the 1994 version featuring Lee Horsley as Hawkeye and Rodney Grant as Chingachgook. And the story of the last of the Mohicans is certainly far from over.

 

James Fenimore Cooper: *The Last of the Mohicans* (German title: *Der letzte Mohikaner*); based on the translation by C. Kolb et al., revised by Rudolf Drescher; with illustrations by O. C. Darkley and an afterword by Peter Härtling; 455 pages; Insel Taschenbuch 1584, Frankfurt am Main 1993; ISBN 3-458-33284-7

 

February 6, 2025 Copyright Christel Heybrock

Translation by Google