Undurchdringliches Geflecht aus Gut und Böse
Sara Gallardo: „Eisejuaz“, Roman
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So abgerundet die Struktur dieses Romans auf den ersten Blick scheint, so anschaulich und einfach seine Sprache ist – so undurchdringlich und rätselhaft bleibt für weiße Leser sein Inhalt. Neu in der lateinamerikanischen Literatur und seinerzeit für Sara Gallardos Leser irritierend die Tatsache, dass sie einen Mataco-Indigenen von sich selbst berichten lässt, ohne sich als Autorin auch nur ein einziges Mal einzuschalten. Die spanische Originalausgabe erschien 1971 in Buenos Aires, und die Hauptfigur Eisejuaz ist kein literarisches Konstrukt, sondern war eine existierende Person - Gallardo, die auch als Journalistin arbeitete, hatte den Mann interviewt.
Der Leser wird also mit einem ihm völlig unbekannten Bewusstseinsstrom konfrontiert, aus dem immer wieder Details „normaler“ Wirklichkeit hervorblitzen, doch in der Tiefe sind sie mit schwer nachvollziehbaren Zusammenhängen verknüpft. Doch gerade diese mythisch-spirituellen Zusammenhänge entwickeln eine Kraft, die den Leser emotional wie mental bindet und verändert. Zumindest eine tiefgreifende Einsicht wird ihm bleiben: dass das Wirklichkeitsverständnis der weißen Zivilisation nicht das einzige ist, mit dem Menschen sich die Welt erschließen.
Der Mataco Eisejuaz, der sich seiner inneren und zugleich übergeordneten Instanz mit dem Namen „Dieser Hier Auch“ zu erkennen gibt, heißt mit spanisch kolonialisiertem Namen Lisandro Vega. Mit dem Gedächtnis an das identitätsgarantierende Leben seiner Vorfahren muss er die Zerrissenheit einer Existenz bestehen, die ihm und den Indigenen durch weiße Missionare, Lehrer und Geschäftsleute bereitet wurde. Eisejuaz ist physisch stark und nimmt alle mögliche Arbeit auf, als Aufseher auf einer norwegischen Mission, als Tellerwäscher in einem Hotel, als Maschinist im Sägewerk, als Mitarbeiter auf dem Bau, wo er einen schweren Balken ganz allein schleppt, darüber hinaus konstruiert er sich aus Gras und Zweigen eine Hütte, er geht auf die Jagd und legt ungeachtet von Hunger und Durst Wege durch die „Wildnis“ zurück, die ein Weißer niemals auf sich nähme.
Aber was ihn von der weißen Zivilisation grundsätzlich unterscheidet, ist die Einstellung seinem eigenen Leben gegenüber. Geboren als potentielle indigene Führungsperson, die Menschen zusammenhält, Rat erteilt, hilft und mit schamanistischen Kräften heilt, macht er kein Ziel für sich selbst daraus. Nichts läge ihm ferner, als sich zu etablieren wie eine feste soziale oder gar regionalpolitische Instanz. Er strebt auch nicht nach finanzieller Sicherheit, nach einer wie auch immer gearteten Karriere. Stattdessen folgt er einer ganz anderen Kraft, die sich im Strudel eines Geschirrspülwassers im Hotel offenbart und ihn veranlasst, alle scheinbaren sozialen Sicherheiten aufzugeben und auf das zu warten, was ihm aufgegeben wird.
Boten des Herrn im Leuchten der Sonne
Was für eine Kraft ist das? Weißen Lesern – und mögliche Rezeptionen indigener Leser kenne ich nicht – kommt da unweigerlich „Gott“ in den Sinn, und die Literaturkritik bezeichnete Eisejuaz auch bereits als „Hiob aus dem Regenwald“. Und Eisejuaz spricht selbst immer wieder von dem „Herrn“, der ihn und seine „Hände gekauft“ habe. Sollte man hier dennoch die christliche weiße Gottesvorstellung ausblenden? Eisejuaz erkennt „Boten“ auch im Leuchten der Sonne, in der Luft, in Bäumen und Sträuchern, in Tieren – Boten, die ihm Ereignisse ankündigen, auf die er sich einstellen muss, Boten, die manchmal, aber nicht immer zu ihm „sprechen“, vor allem oft dann nicht, wenn er drängende Fragen hat und die Diskrepanz spürt, die sein Auftrag enthält.
Die Instanz, der Eisejuaz sein Leben unterordnet, ist weder rational noch christlich religiös definierbar. Er hört auf seine innere Stimme, so wie wir Weißen ja auch mitunter mit uns selbst sprechen, Entscheidungen überdenken oder unser Gewissen befragen. Der „Herr“, dem Eisejuaz bedingungslos, wenn auch mitunter widerwillig folgt, stürzt sein Leben in ein Chaos, an dem er letztlich – scheitert? Ja, er stirbt am Ende des Romans an einer Vergiftung, aber ist das ein Scheitern? Im Grunde hat er gar keine Vorstellungen von Gewinn und Verlust, Sieg und Scheitern, er folgt dem, „was getan werden muss“, und akzeptiert schließlich seinen Tod als Abschluss einer Aufgabe.
Das Buch konfrontiert den weißen Leser mit einem undurchdringlichen Gewebe aus Gut und Böse, aus Gewalt und rätselhafter Hingabe, aus Schuld und Vergeltung. Das ethische Dilemma von Eisejuaz lässt sich nicht restlos auf die Kolonisierung seines indigenen Volkes durch christliche Missionstätigkeit zurückführen, obwohl die eine Rolle spielt. Dem norwegischen Missionar gegenüber, der ihn einmal beim Anrufen seiner Tierboten belauscht und als Teufelsanhänger beschimpft, betont Eisejuaz, er sei „ein guter Christ“ und prophezeit ihm eines Tages einen Untergang ähnlich dem Tod eines Nandus im Wald durch die Hand des Jägers. (Eine Prophezeiung, die sich später erfüllt.) Vielleicht ist es der verhängnisvolle Mix aus indigenem und weißem Denken, der im Grunde sein Leben durch den inneren Zwiespalt zerstört, denn indem Eisejuaz der Forderung des „Herrn“ seinen eigenen Willen unterwirft, macht er sich schuldig an den Menschen, die ihn lieben und brauchen.
Vielleicht macht er sich auch schuldig an sich selbst, denn abgesehen von Phasen des Zweifelns und Widerstrebens entwickelt er keine Selbstdistanz, kein stabiles Ichbewusstsein – ist diese Selbstaufgabe indigen? Mit Sicherheit nicht. Folgt sie einem missverstandenen Christentum? Vielleicht. Gibt es speziell in den lateinamerikanischen Indigenen eine Vorprägung für diese Persönlichkeitsentwicklung? Ich weiß es nicht – die nordamerikanischen Indigenen jedenfalls, mit denen ich eher vertraut bin, legten im Gegensatz dazu allergrößten ethischen Wert auf Ichstärkungen, die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstverantwortung. Für die Lakota etwa bedeutet die Beziehung zu den Lebewesen der Natur eine tiefe Gemeinschaft und Ebenbürtigkeit, aber zugleich die Freiheit des Handelns und die Weigerung jeglicher Unterwerfung.
Dabei ist Eisejuaz wahrlich kein Gutmensch. Wie sich herausstellt, war er Teilnehmer an zwei furchtbaren Folteraktionen unter Indigenen, ausgelöst durch den Verrat einer jungen Frau, die als Kriegsbeute zu einem Stamm gebracht wurde, aber älteren Bindungen folgte bis hin zum skrupellosen, eigenhändigen Foltermord an ihrem Ehemann. Eisejuaz` Schuldgefühl für die Teilnahme an den Folterungen ist sehr rudimentär. Abgesehen davon, dass er sich durch den Auftrag des „Herrn“ mit dem physisch und moralisch verwahrlosten Weißen Paqui herumschlagen muss, abgesehen von diesem erstaunlichen Missverhältnis, sind es weniger die Vertreter der Weißen als vielmehr die Indigenen selbst, die einander schaden und heimtückisch nach dem Leben trachten.
Dabei haben scheinbar beiläufige Handlungen später fatale Folgen. Eisejuaz, als Heiler von einem Mann gebeten, seine im Krankenhaus liegende kleine Tochter zu retten, verweigert das rüde. Er tritt zwar ans Krankenbett des Mädchens, stößt aber den Vater zu Boden und sucht das Weite mit dem medizinischen Alkohol. Dass das Mädchen dennoch durch Eisejuaz‘ Auftreten geheilt wurde, erkennt der Vater nicht mehr, sondern grollt ihm danach lebenslang. Das Mädchen aber scheint es zutiefst im Innern zu wissen – sie bietet sich ihm als Frau an, kaum dass sie geschlechtsreif ist. Eisejuaz ignoriert sie, und auch das hat Folgen.
Demütigung und Liebe am selben Ort - in einem Bordell
Aus der verflochtenen Handlung, in der immer mal ein Strang aufblitzt und von anderen Fäden wieder überdeckt wird, entnimmt man, dass der Vater selbst das Mädchen im zarten Alter von 13 oder 14 Jahren in ein Bordell bringt und regelmäßig sein Geld abholt. Warum gerade hierhin, obwohl er weiß, dass Eisejuaz, der wegen des Kotzbrockens Paqui alle sozialen Bindungen verlor, seit kurzem in dem Etablissement als niedere Putzkraft arbeitet? Der Vater warnt das Mädchen sogar vor Eisejuaz, sie müsse sich vor ihm hüten, er sei ein böser Mensch. Aber sie selbst versteckt sich aus Scham vor ihm und zerkratzt ihm mit Glasscherben die Brust in einem Nervenzusammenbruch, als Eisejuaz sie entdeckt. Dennoch: die beiden, er 42, sie 14, kommen zusammen. Sie ist in dem Buch die einzige Figur, die keinen Namen hat, und damit steht sie über allen anderen – denn Namen darf man eigentlich nicht aussprechen, sie sind das Geheimnis einer Person. Und sie verlässt ihn nach nur einer Nacht, weil er seine fatale Bindung an Paqui für vorrangig hält, schließlich wurde ihm die vom „Herrn“ aufgetragen.
Dieser „Herr“, letztlich nicht identisch mit der christlichen Gottesvorstellung, scheint die ethische Kraft der Liebe nicht zu kennen, sein einziger Auftrag ist Unterwerfung, und dem folgt Eisejuaz nach jedem realen Befreiungsversuch. Dabei ist er durchaus in der Lage, sich zu widersetzen. Als der norwegische Missionar ihm in einer anderen Szene befiehlt, sich „auf der Stelle hinzuknien“ und wegen der Teufelsverbindung um Vergebung zu bitten, kann Eisejuaz, der manchmal die Sonne mit dem „Herrn“ identifiziert, das kühl verweigern.
Dabei ist dieser Paqui, dem er sein Leben opfert, ein einziges Ekelpaket. Eisejuaz rettet ihn zweimal aus dem Dreck und schleppt ihn auf seinem Rücken nach „Hause“ – in die “Wildnis“, wo Eisejuaz eine Grashütte gebaut hat, ihn wäscht, füttert und kleidet, während Paqui ihn beschimpft und Forderungen stellt. Diese Bindung, die von Außenstehenden für eine demütigende Homo-Ehe gehalten wird, ist für Eisejuaz wichtiger als die Beziehung zu dem Mädchen. Eisejuaz macht sich schuldig dadurch, schuldig nicht nur an der einzigen Person, die mit ihm zutiefst verbunden ist, sondern auch an hilfesuchenden Landsleuten, unter denen ohne seine Führung Chaos ausbricht.
Einem Kotzbrocken opfert Eisejuaz sein Leben
Ist Paqui ein negatives Spiegelbild von Eisejuaz? Das kann man durchaus so sehen, denn Paqui tritt in einer irrsinnigen Passage widerrechtlich und völlig verzerrt mit einer Funktion auf, die eigentlich Eisejuaz gebührt, nämlich als gottähnlicher Heiler und Segen spendender Popanz. Gekitzelt von Macht, der Anhäufung von Spenden und der Anbetung von Frauen, die er missbraucht, fällt Paqui in sich zusammen, als Eisejuaz ihn in aller Öffentlichkeit wegen eines Details zur Rede stellt. Komplexität des Handlungsgeflechts: bei der Demontage reißt ein Vorhang und fällt auf Paqui und seine Anbeter herunter. Man erinnert sich an den Vorhang in der Bibel zur Todesstunde Christi. Paqui – ein verzerrtes Christusbild? Entspricht das nicht eher dem gottergebenen Eisejuaz?
Die Komplexität des Handlungsverlaufs bleibt bis zum Schluss erhalten. Das Mädchen setzt sich in seiner inneren Unabhängigkeit über Eisejuaz‘ Bindung zu Paqui hinweg und kommt zu ihm, mit einem Geschenk ihres Vaters, der dem jungen Paar Glück wünscht – angeblich. Im Grunde rächt er sich, indem er sogar den möglichen Tod seiner Tochter in Kauf nimmt. Das Geschenk, das er selbst von einer unheimlichen, bösartigen alten Chahuanca-Frau erhalten hat, besteht aus giftigen Froscheiern. Paqui stirbt daran, Eisejuaz hat sie auch gegessen, das Mädchen aber noch nicht. Sie, die als „Blume in der Welt“ (Eisejuaz) über allen anderen steht, sie ist es, die ihm den Tod bringt, die Rache ihres Vaters und die Bosheit der Chahuanca. Was für eine Verflechtung!
Wofür rächt sich die Chahuanca? Was hat ihr Handeln ausgelöst? Eine Feindschaft unter Stämmen? Bosheit allein kann es nicht sein, denn sie hat auch an anderen Stellen gezielt Eisejuaz im Blick, der ja eigentlich zur Führung seines Volkes bestimmt ist. Er kann eben noch sein Begräbnis anordnen – eingewickelt in Bananenblättern in derselben Grube wie Paqui. „Und Eisejuaz, Dieser Hier Auch, blieb zurück, um zu Lehm und Gras zu werden. Und er hat getan, was getan werden muss.“
Mythen sind niemals ganz durchschaubar. Dieses Buch ist es auch nicht, aber es bringt dem Leser eine Macht und ihr Wirken nahe, die von der Oberflächenrealität verdeckt werden. Es ist auch eine Aufforderung an weiße Leser, Rätselhaftes und Verdrängtes zuzulassen.
Aus dem argentinischen Spanisch übersetzt und mit einem Nachwort von Peter Kultzen, 170 S., Wagenbach Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-8031-3285-7
4. Mai 2025 Christel Heybrock Copyright
An Impenetrable Web of Good and Evil
Sara Gallardo: *Eisejuaz*, a Novel
As well-rounded as the structure of this novel may appear at first glance—and as vivid and simple as its language is—its content remains just as impenetrable and enigmatic to white readers. A novel feature in Latin American literature—and, at the time, a source of bewilderment for Sara Gallardo’s readers—is the fact that she allows a Mataco indigenous man to narrate his own story, without ever once interjecting herself as the author. The original Spanish edition was published in Buenos Aires in 1971, and the protagonist, Eisejuaz, is no literary construct; rather, he was a real-life individual whom Gallardo—who also worked as a journalist—had interviewed.
The reader is thus confronted with a stream of consciousness entirely alien to their own experience—one from which details of "normal" reality occasionally surface, yet which, in its depths, remains interwoven with connections that are difficult to fathom. Yet it is precisely these mythical-spiritual connections that generate a power capable of engaging the reader—both emotionally and intellectually—and ultimately transforming them. At the very least, one profound insight will remain with them: that the white civilization’s understanding of reality is not the only framework through which human beings make sense of the world.
The Mataco man Eisejuaz—who identifies himself to his own inner, yet simultaneously transcendent, authority as "This One Here, Too"—bears the Spanish colonial name Lisandro Vega. Sustained by the memory of the identity-affirming lives of his ancestors, he must navigate the fractured existence—a reality imposed upon him and his fellow indigenous people by white missionaries, teachers, and businessmen. Eisejuaz is physically strong and takes on every conceivable kind of work: as an overseer at a Norwegian mission, a dishwasher in a hotel, a machinist at a sawmill, and a construction worker—where he single-handedly hauls a heavy beam. Furthermore, he constructs a hut for himself out of grass and twigs; he hunts; and, heedless of hunger or thirst, he traverses paths through the "wilderness" that no white man would ever undertake.
Yet what fundamentally distinguishes him from white civilization is his attitude toward his own life. Born as a potential indigenous leader—one who holds people together, offers counsel, provides aid, and heals through shamanic powers—he makes no personal objective out of this role. Nothing could be further from his mind than establishing himself as a fixed social or even regional-political authority. Nor does he strive for financial security or for a career of any kind. Instead, he follows a completely different force—one that reveals itself in the swirling water of a hotel sink—prompting him to abandon all apparent social certainties and to wait for whatever task is assigned to him.
Messengers of the Lord in the Sunlight
What kind of force is this? For white readers—and I am not familiar with how indigenous readers might interpret this—the concept of "God" inevitably comes to mind; indeed, literary critics have already dubbed Eisejuaz the "Job of the Rainforest." Moreover, Eisejuaz himself repeatedly speaks of "the Lord," who, he claims, has "bought" both him and his "hands." Should one, then, nonetheless set aside the white Christian conception of God in this context? Eisejuaz perceives "messengers" even in the radiance of the sun, in the air, in trees and shrubs, and in animals—messengers that announce to him events to which he must adapt; messengers that sometimes—though not always—"speak" to him, and often remain silent precisely when he harbors urgent questions and senses the inherent discrepancy within his own mission.
The higher power to which Eisejuaz subordinates his life is definable neither in rational terms nor as a specifically Christian religious entity. He heeds his inner voice—much as we white people, too, occasionally talk to ourselves, weighing decisions or consulting our conscience. The "Lord," whom Eisejuaz follows unconditionally—albeit at times reluctantly—plunges his life into a chaos in which he ultimately... fails? Yes, at the end of the novel, he dies of poisoning; yet does this constitute a failure? Fundamentally, he possesses no concept of gain or loss, of victory or failure; he simply follows "what must be done," and ultimately accepts his death as the completion of a task.
The book confronts the white reader with an impenetrable tapestry woven from good and evil, violence and enigmatic devotion, guilt and retribution. Eisejuaz’s ethical dilemma cannot be attributed solely to the colonization of his indigenous people through Christian missionary activity—though that factor certainly plays a role. When confronted by a Norwegian missionary—who once eavesdropped on him invoking his animal messengers and subsequently denounced him as a worshiper of the devil—Eisejuaz insists that he is "a good Christian," yet prophesies that the missionary will one day meet a demise akin to that of a rhea in the forest, falling by the hand of a hunter. (A prophecy that is later fulfilled.) Perhaps it is the fateful blend of indigenous and white modes of thought that, at its core, destroys his life through inner conflict; for by submitting his own will to the demands of the "Lord," Eisejuaz incurs guilt toward the people who love and need him.
Perhaps he also incurs guilt toward himself; for—aside from phases of doubt and reluctance—he develops no self-detachment, no stable sense of self. Is this self-abnegation indigenous? Certainly not. Does it stem from a misunderstood form of Christianity? Perhaps. Is there, specifically among Latin American indigenous peoples, a predisposition toward this type of personality development? I do not know—the North American indigenous peoples, at any rate—with whom I am more familiar—placed, by contrast, the highest ethical value on strengthening the self, and on the development of self-awareness and personal responsibility. For the Lakota, for instance, the relationship with the living beings of nature signifies a deep sense of community and equality, yet simultaneously implies freedom of action and a refusal to submit to anyone or anything.
And yet, Eisejuaz is truly no saint. As it turns out, he participated in two horrific acts of torture among his own people—events triggered by the betrayal of a young woman who, having been taken as a prize of war by a rival tribe, remained loyal to her former allegiances to such an extent that she went so far as to ruthlessly torture and murder her own husband with her own hands. Eisejuaz’s sense of guilt regarding his participation in these torture sessions is remarkably rudimentary. Aside from the fact that the "Lord’s" mandate compels him to contend with the physically and morally degraded white man, Paqui—and leaving aside this astonishing incongruity—it is not so much the representatives of the white world as it is the indigenous people themselves who inflict harm upon one another and treacherously plot against each other’s lives.
In this narrative, seemingly incidental actions later have fatal consequences. Eisejuaz—approached by a man and asked, in his capacity as a healer, to save his young daughter who lies ill in the hospital—rudely refuses. Although he does approach the girl’s bedside, he shoves her father to the ground and flees the scene, making off with the medical alcohol. The father fails to realize that the girl was, in fact, healed by the very nature of Eisejuaz’s presence; instead, he harbors a lifelong grudge against him thereafter. The girl, however, seems to know it deep within her soul—she offers herself to him as a woman almost the moment she reaches sexual maturity. Eisejuaz ignores her—and this, too, has consequences.
Humiliation and Love in the Same Place—Inside a Brothel
From the interwoven plot—in which one narrative thread occasionally flashes into view only to be obscured once more by others—we gather that the father himself takes the girl to a brothel at the tender age of thirteen or fourteen, returning regularly to collect her earnings. Why here, of all places—even though he knows that Eisejuaz (who, because of that repulsive wretch Paqui, has lost all social ties) has recently begun working at the establishment as a lowly cleaner? The father even warns the girl against Eisejuaz, telling her she must be on her guard, for he is an evil man. Yet she herself hides from him out of shame; and when Eisejuaz discovers her, she suffers a nervous breakdown and slashes his chest with shards of glass. Nevertheless, the two—he forty-two, she fourteen—come together. She is the only character in the book who remains nameless; in this regard, she stands above all the others—for names, strictly speaking, are not meant to be spoken aloud; they constitute a person’s deepest secret. And she leaves him after just a single night, because he deems his fateful bond with Paqui to be of paramount importance—a duty, after all, that was laid upon him by "the Lord."
This "Lord"—ultimately not identical with the Christian concept of God—seems to know nothing of the ethical power of love; his sole mandate is submission, and Eisejuaz complies with this after every genuine attempt at liberation. Yet, he is certainly capable of resistance. In another scene, when the Norwegian missionary orders him to "kneel down on the spot" and beg for forgiveness for his alleged pact with the devil, Eisejuaz—who at times identifies the sun with the "Lord"—is able to coolly refuse.
And yet, this Paqui—to whom he sacrifices his life—is an utterly repulsive wretch. Eisejuaz pulls him out of the muck twice and carries him on his back "home"—into the "wilderness," where Eisejuaz has built a grass hut—washing him, feeding him, and clothing him, all while Paqui heaps insults upon him and issues demands. This bond—perceived by outsiders as a humiliating homosexual union—is more important to Eisejuaz than his relationship with the young woman. In doing so, Eisejuaz incurs guilt—guilt not only toward the one person with whom he shares a profound connection, but also toward his fellow tribesmen seeking his aid, among whom chaos erupts in the absence of his leadership.
Eisejuaz Sacrifices His Life for a Scumbag
Is Paqui a Negative Mirror Image of Eisejuaz? One could certainly view it that way, for in a bizarre passage, Paqui illicitly—and in a completely distorted manner—assumes a role that rightfully belongs to Eisejuaz: that of a god-like healer and a blessing-bestowing figurehead. Titillated by power, the accumulation of donations, and the adoration of the women he exploits, Paqui collapses when Eisejuaz publicly confronts him over a minor detail. The complexity of the narrative web is striking: during this dismantling, a curtain tears and falls down upon Paqui and his worshippers. One is reminded of the curtain in the Bible at the hour of Christ’s death. Paqui—a distorted image of Christ? Does that description not apply more aptly to the God-fearing Eisejuaz?
The complexity of the plot remains undiminished right up to the very end. In her inner independence, the young woman rises above Eisejuaz’s entanglement with Paqui and comes to him, bearing a gift from her father—who, ostensibly, wishes the young couple happiness. In reality, however, he is exacting his revenge, going so far as to accept the potential death of his own daughter as a consequence. The gift—which he himself had received from an uncanny, malevolent old Chahuanca woman—consists of poisonous frog eggs. Paqui dies from them; Eisejuaz has consumed them as well, though the young woman has not yet done so. She—who, as a "flower in the world" (in Eisejuaz’s words), stands above all others—is the very one who brings about his death: the vengeance of her father and the malice of the Chahuanca. What an intricate web of connections!
For what is the Chahuanca exacting her revenge? What triggered her actions? A tribal feud? Malice alone cannot be the explanation, for elsewhere, too, she has deliberately set her sights on Eisejuaz—the man who is, after all, destined to lead his people. He manages, just barely, to arrange his own burial—wrapped in banana leaves in the very same pit as Paqui. “And Eisejuaz—*This One Here, Too*—remained behind, to become clay and grass. And he did what must be done.”
Myths are never entirely transparent. Nor is this book; yet it brings the reader into close proximity with a power—and its workings—that remains obscured by surface reality. It also serves as an invitation to white readers to embrace the enigmatic and the repressed.
Translated from Argentine Spanish and with an afterword by Peter Kultzen; 170 pages; Wagenbach Verlag, Berlin 2017; ISBN 978-3-8031-3285-7
May 4, 2025 Copyright Christel Heybrock
Translation by Google