Vom Altersheim ins All

 

 

Astronaut                   Kanada 2019

 

 

Harmlos und nett, hübsch gemacht, mal wieder ein Familienfilm, und aktuell ist das Geschehen auch längst nicht mehr, aber anrührend und aufmunternd immer noch. Jedenfalls brachte die kanadisch-britische Schauspielerin Shelag McLeod ihr ganzes Können auf für die Regie – es war auch nicht ihr einziger eigener Spielfilm. Um Folgendes geht es:

 

 

Der 75-jährige einstige Bauingenieur Angus Stewart (Richard Dreyfuss) hat sein Leben lang davon geträumt, ins All zu fliegen. Nun ist er nicht mehr gesund, lässt sich von der Familie seiner Tochter versorgen und träumt immer noch. Ein großer Komet am Himmel hat alles wieder aufgewühlt in ihm, und sein Enkel findet das toll. Dabei verfrachten ihn Tochter und Schwiegersohn nach einem kleinen Kollaps ins Altersheim, während fast zeitgleich ein Wettbewerb ausgerufen wird:

 

 

Ein von Milliardär Marcus Brown finanziertes Raumfahrtunternehmen sucht einen Kandidaten für den ersten kommerziellen Raumflug. Der Mann soll gesund, nicht älter als 65 und ein begeisterter Weltraumfan sein, also eigentlich außerhalb von Angus‘ Fähigkeiten. In der allerletzten Minute bewirbt er sich tollkühn aber doch  dafür – und wird zur Vorstellung eingeladen. Es ist klar, dass er nach dramaturgisch nötigen Hindernissen und etlichen charmanten Kamera-Einstellungen schließlich den Flug gewinnt.

 

 

Für Fans indigener Schauspieler: Graham Greene (1952-2025) hat eine stumme Nebenrolle als einer der Altersheim-Insassen. Der Oneida beeindruckt mal wieder durch seine Mimik, in der ihm nach jahrzehntelanger Erfahrung alle Nuancen zur Verfügung stehen. Wer außer Greene hätte einem sprachunfähigen, aber mit einem Rest-Denkvermögen noch interessierten alten Mann eine solche Präsenz geben können! Man stelle sich vor, die dramaturgisch völlig entbehrliche Rolle sei gestrichen worden – nicht nur das Altersheim, auch der Film hätte einen wichtigen Akzent eingebüßt.

 

 

22. September 2025   Copyright Christel Heybrock